Die dritte Macht erweitert ihren Horizont – In Ecuador verfügt die Natur über Rechte
Ecuador - Natur & Rechte

© Foto: mutantia.ch

…genau wie Firmen oder Einzelpersonen. Quito. – Wir beginnen mit Artikel 71 aus der ecuadorianischen Verfassung: Die Natur oder Pacha Mama, wo das Leben reproduziert und realisiert wird, hat das Recht darauf, ganzheitlich respektiert zu werden; selbiges gilt für die Aufrechterhaltung und Regeneration ihrer Lebenszyklen, Struktur, Funktionen und evolutionären Prozesse. […]

[…] International hat Ecuador für seine Verfassung sowohl Beifall erhalten als auch Nachahmer gefunden. In Neuseeland und Indien gibt es heute Flüsse, die als Rechtssubjekt eingestuft werden; in Nepal wurde eine Initiative lanciert, um die Rechte der Natur durch eine Verfassungsänderung anzuerkennen. Und in den USA haben nach Tamaqua knapp vierzig weitere Gemeinden die Naturrechte in ihre kommunale Verordnung aufgenommen.

[…] Als sich vor ein paar Monaten NaturrechtsvertreterInnen aus der ganzen Welt für das zehnjährige Bestehen der ecuadorianischen Verfassung zu einem Symposium in Quito trafen, befanden die anwesenden JuristInnen, dass Ecuador seit 2008 einiges erreicht habe. Zur Beschwichtigung – immerhin wird Regenwald für die Rohstoffausbeutung nach wie vor arg beansprucht – erwähnte man die internationalen Menschenrechte, die seit 1948 existierten, vielerorts aber noch immer nicht eingehalten würden. „Eigentlich sollten wir die Rechtsprechung ohnehin nicht getrennt wahrnehmen“, meinte einer der Exponenten, „schließlich gehören Mensch und Natur zusammen.“

Link: Ecuador – Natur & Rechte