Die Geschichte um Parmelins Maulkorb ist größer
Das Bundesamt für Landwirtschaft wendet bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln weniger strenge Kriterien an, als der Gewässerschutz.
Kürzlich machte die Meldung Furore, SVP-Bundesrat Guy Parmelin wolle dem Wasserforschungsinstitut Eawag einen Maulkorb verpassen (wir berichteten). Er hatte nach eigenen Angaben eine einheitlichere Kommunikation gefordert, denn das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) und die Eawag verwenden unterschiedliche Massstäbe zur Beurteilung der Gewässerqualität. Das verunsichere die Bevölkerung.
Über 100 zivilgesellschaftliche Gruppen, die sich unter dem Dach von „We the Peoples“ zusammengeschlossen haben, fordern die Vereinten Nationen (UN) auf, eine Weltbürgerinitiative einzurichten. Das Instrument soll es den Bürgern ermöglichen, Vorschläge für Maßnahmen auf die Tagesordnung der Generalversammlung der Vereinten Nationen zu setzen.
Auf den Böden, die die Landwirtschaft bewirtschaftet, entsteht nicht nur Nahrung für uns, sondern durch die Versickerung des Regens auch ein grosser Teil unseres Trinkwassers. Mit welchen Hilfsstoffen, wir Lebensmittel produzieren, entscheidet weitgehend über die Qualität unseres Trinkwassers – und dies heute keineswegs zum Guten.
Immer mehr Schadstoffe wie Pestizide, Nitrat oder Arzneimittelrückstände belasten die Wasserressourcen. Sie zu entfernen, kostet viel Geld; das Verursacherprinzip gesetzlich zu verankern, wäre nach Ansicht der Versorger besser.