SARS-CoV-2/Covid-19

Corona-Infektionen: Die Angst geht um

Ein Aufruf zur Versachlichung im Umgang mit der neuen Infektionskrankheit. Von Prof. Dr. med. Harald Matthes und Dr. Friedhelm Schad, von der ärztlichen Leitung des Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, Klinik für Anthroposophische Medizin, Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité.
Corona_Havelhöhe.pdf

[…] Aufgrund der Coronavirus-Ausbreitung werden wesentliche Grundrechte, wie Freiheits- und Persönlichkeitsrechte durch Quarantänemaßnahmen und Versammlungsverbote bzw. Absagen großer Messen in Deutschland, aber auch weltweit eingeschränkt. Eine Stimmung der Hysterie mit Hamstereinkäufen, Diebstählen von Schutzmasken, -brillen und Desinfektionsmitteln aus Krankenhäusern sind an der Tagesordnung. Welches Gefährdungspotential hat nach derzeitiger Lage die Corona-Infektion? Welche Maßnahmen sind daraus rational ableitbar? […]

[…] Bewertung der sozialpolitischen Maßnahmen Die irrationalen Handlungen und inkonsistenten Begründungen haben die Angst und Hysterie in der Bevölkerung immer weiter entfacht und werden von der Presse zeit- und raumfüllend dankend aufgenommen. Die zunehmend einseitig pathogenetisch-orientierte Sicht hat ein Vermeidungs- und Beseitigungsverhalten gefördert, welches nicht mehr rational und wissenschaftlich begründet erscheint. Auch bei Risikogefährdungen, wie im Bereich der Influenza werden nunmehr bei der neuen Covid-19 Infektion risikoadaptierte Bewältigungsstrategien außer Acht gelassen. Statt allgemeiner Quarantänemaßnahmen und Heimisolierungen bereits bei Verdacht, bedarf es risikoadaptierte Handlungsstrategien für Risikogruppen. […]

www.havelhoehe.de

1 Kommentar

  1. Josef Dr. Thoma

    Denkschrift zum Verhalten der deutschen Ärzteschaft während der Corona-Krise

    Am 19.10.2020 hatte der Präsident der Bundesärztekammer ein denkwürdiges Interview gegeben, in welchem er durchaus unmißverständlich und mit überzeugenden Argumenten davor warnte, der Corona-Pandemie ausschließlich mit permanenter Panikmache und sich von Tag zu Tag steigernder Verängstigung der Bevölkerung zu begegnen.
    In seinen Aussagen zur zweifelhaften Wirksamkeit von Atemmasken in ihrer bisherigen Anwendung hat er die Bedenken vieler namhafter und in ihrem Beruf ausgewiesener Experten wiederholt und auf fehlende eindeutige Belege zu deren Sinnhaftigkeit hingewiesen.

    Unmittelbar im Anschluß an seine öffentlichen Äußerungen kam es in den deutschen öffentlich-rechtlichen und privaten Medien zu einer Diffamierungskampagne, welche außer persönlichen Herabsetzungen und der wortgleichen Wiederholung regierungsamtlicher Verlautbarungen keinerlei fundierte Gegenargumente lieferte.
    Von nicht oder zweifelhaft qualifizierten Politikern, wurden Rücktrittsforderungen vor allem deswegen erhoben, weil der Präsident der Bundesärztekammer für sich das Recht einer auf ärztlichem Sachverstand und auf persönlicher ärztlich-praktischer Erfahrung gegründeten freien Meinungsäußerung in Anspruch genommen hatte, welche sich im übrigen mit der in den Medien totgeschwiegenen oder diffamierten Meinung vieler Experten deckt.

    Statt die längst überfällige Diskussion über die in ihrer Vielstimmigkeit und Absurdität kaum mehr zu überbietenden amtlichen Zwangsmaßnahmen in Kreisen der deutschen Ärzteschaft zuzulassen wurde Klaus Reinhard von Funktionären der verfaßten deutschen Ärzteschaft zu einem entwürdigenden öffentlichen Dementi gezwungen und die Glaubwürdigkeit der deutschen Ärzteschaft dadurch nachhaltig beschädigt.

    Dies ist der letzte Höhepunkt des beschämenden Verhaltens eines Großteils der deutschen Ärzteschaft während dieser Krise.

    Hauptaufgabe des Arztes ist es, Wissenschaft und Praxis zusammenzuführen und so eine Therapie des ganzen Menschen, eines Wesens mit Leib und Seele, zu entwerfen.
    Stattdessen hat es die deutsche Ärzteschaft zugelassen, daß in der gegenwärtigen Situation Physiker, Biologen, Statistiker und durch nichts als ihren grenzenlosen Geltungsdrang qualifizierte Politiker Therapiestrategien entwickeln, die eher einem Krieg gegen die Bevölkerung statt einem Kampf gegen einen Krankheitserreger gleichen.

    Dabei wird von vielen Kollegen hinter vorgehaltener Hand zugegeben, daß z.B. der Begriff „Neuinfektion“ eine bewußt irreführende Bezeichnung für lediglich ein positives Corona-Testergebnis ist – von Medien und Politik absichtlich verbreitet um eine in Angst und Schrecken getriebene Bevölkerung empfänglich zu machen für sich ständig steigernde und rational kaum mehr zu rechtfertigende Gängelungen und die Einschränkungen bürgerlicher Grundrechte. Die politische Begründung des Berliner Innensenators für das von ihm geforderte Verbot einer Demonstration kritischer Bürger sollte inzwischen bei jedem denkenden Menschen grundlegende Zweifel an der Rechtfertigung vieler grundrechtseinschränkender staatlicher Maßnahmen geweckt haben.

    Wir wissen sehr wohl, daß ein positiver Corona-Test nicht gleichbedeutend ist mit Krankheit oder der Gewißheit, krank zu werden.

    Wir wissen, daß die allermeisten Menschen, welche mit dem Virus in Kontakt gekommen sind, keine oder nur leichte Symptome zeigen.

    Wir wissen, daß es keine annähernd zuverlässigen Statistiken darüber gibt, welche der publikumswirksam als „Corona-Todesfälle“ gemeldeten Verstorbenen tatsächlich auf unmittelbare Viruseinwirkung zurückzuführen sind. Es gibt bis heute keinerlei allgemein anerkannte Kriterien für die Beurteilung eines „Todes durch Corona“.

    Die als Rechtfertigung für die amtlichen Zwangsmaßnahmen herangezogene Inzidenz von z.B. 50 „Neuinfizierten“/100000 Einwohnern ist völlig willkürlich, ohne jede tiefere medizinische Bedeutung und durch die Anzahl und Selektionskriterien der vorgenommenen Testungen nahezu beliebig manipulierbar. Die veröffentlichen amtlichen Statistiken erfüllen so nicht einmal die Kriterien, welche heutzutage an eine medizinische Dissertation gestellt werden.

    Wir Ärzte wissen aus unserer langen Ausbildung um die physiologische und mikrobiologische Problematik von eng ansitzenden, über lange Zeit getragenen Atemmasken. Wir wissen sehr wohl um die unzureichende Begründung für die Maskenpflicht im Freien angesichts eines offensichtlich bereits ubiquitären Virus und auch um die Problematik der Maskenpflicht für Kinder im Unterricht.
    Und trotzdem finden in der deutschen Ärzteschaft nur wenige den Mut, gegen die Diffamierung der Patienten, die aus gesundheitlichen Gründen keine Masken tragen können, aufzustehen oder sich als Anwalt der Kinder angesichts verängstigter Lehrer, Erzieher und Eltern zu verstehen.

    Die weitreichenden psychopathologischen Folgen der ständig verbreiteten und sich von Tag zu Tag ins Absurde steigernden Horrorszenarien werden bewußt auch von denjenigen Politikern und Ärztefunktionären, die ansonsten publikumswirksam für eine ganzheitliche Betrachtung der Patienten plädieren, mißachtet. Sie werden uns in Zukunft wohl mehr zu schaffen machen als das Virus.

    Viele Menschen, die kein akademisches Studium durchlaufen haben oder sich mit klingenden Titeln schmücken, haben eher erkannt als die Repräsentanten der deutschen Ärzteschaft, daß sich die öffentlichen Medien zu einem willfährigen Propagandainstrument der Regierenden gewandelt haben, die es sich, in welchem Auftrag auch immer, angelegen sein lassen, kritische Stimmen, an denen es bezeichnenderweise außerhalb der Ärzteschaft nicht fehlt, entweder totzuschweigen oder durch Diffamierung und Hetze mundtot zu machen. Oft in diesem Zusammenhang angestellte Vergleiche mit der staatlich gelenkten Jubelpresse der DDR greifen zu kurz. Treffender wäre ein Vergleich mit den Diffamierungs – und Vernichtungskampagnen der Nationalsozialisten. Geforderte und geförderte Denuntiation und öffentliche gegenseitige Beschimpfung und Bedrohung sind Folgen dieser geschürten Massenhysterie.

    Die deutsche Ärzteschaft wäre aufgrund ihrer ärztlichen Expertise, Ausbildung und Wissensstand und aufgrund des hohen Ansehens dieses Berufsstandes in der Lage,
    für Aufklärung, Richtigstellung, Beruhigung zu sorgen und so einer verängstigten und einseitig informierten bzw. desinformierten Öffentlichkeit Orientierung und Stütze zu bieten.
    Stattdessen verzehren sich viele ihrer Funktionäre wie so häufig in der Jagd nach öffentlicher Selbstdarstellung, Pöstchen und klingenden Titeln innerhalb sich weitgehend selbst genügenden Vereinen und Körperschaften.

    Anpassungsfähigkeit, politische Geschmeidigkeit, zuweilen recht großzügige finanzielle Abfindungen und der bloße Anschein von Macht und Wichtigkeit, so bedeutungslos diese Attribute im Einzelfall auch sein mögen, sind wichtiger als mit Mut und möglicherweise unter Opferung von Posten und berufspolitischer „Karriere“ den Menschen in dieser schweren Zeit mit ärztlichem Sachverstand und Überblick gegen die veröffentliche Meinung beizustehen.

    Die wohlfeilen öffentlichwirksam inszenierten Klagen über die Mittäterschaft und das Mitläufertum deutscher Ärzte im Nationalsozialismus und teilweise auch in der DDR berauben sich durch erneutes willfähriges und kritikloses Mitläufertum eines Großteils der deutschen Ärzteschaft ihrer Seriosität und Glaubhaftigkeit.

    Es ist die Pflicht einer verantwortungsbewußten Ärzteschaft, die Menschen vor einer in weiten Teilen außer Kontrolle geratenen politischen Kaste, welche die Bevölkerung in Art von Möchtegern-Feldherrn oder Viehzüchtern ( „man muß die Zügel anziehen“) wie eine Herde mal in die eine, mal in die andere Richtung vor sich hertreibt und von Polizei und Militär am Ausbruch hindern läßt, zu schützen – Mut zu machen statt Angst zu erzeugen, Verständnis für sinnvolle Maßnahmen zu fördern statt mit Drohungen und sinnentleerten Verboten Widerstand zu wecken, Ehrlichkeit gegen unseriöse Prophezeiungen und Zuversicht gegen apokalyptische Horrorszenarien zu setzen.

    Die Menschen in unserem Land brauchen jetzt mutige und selbstlose Ärzte.

    Man kann nur hoffen, daß die deutschen Ärzte ihre Sprache wiederfinden bevor es zu spät ist.

    Dr.med. Josef Thoma,
    Arzt für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten
    Berlin

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