Umweltinstitut München: Mitmachen und aufrütteln!
Bis zu einer Million Tier- und Pflanzenarten könnten in den kommenden Jahrzehnten aussterben, warnten WissenschaftlerInnen erst kürzlich. Neben dem Klimawandel gilt die intensive Landwirtschaft als eine der Hauptursachen für dieses Massensterben. Wir brauchen deshalb einen radikalen Kurswechsel in der Agrarpolitik! Einer der wichtigsten Hebel ist dabei die drastische Reduktion des Pestizideinsatzes. Darum kämpfen wir gerade an vielen Fronten gleichzeitig gegen die Ackergifte: Mit einem großangelegten Messprojekt werden wir in diesem Jahr nachweisen, wie sich die Gifte durch die Luft verbreiten.
Unsere Freunde und Nachbarn aus dem schweizerischen Münstertal sind besorgt. Da sie bereits seit vielen Jahren die „Biosfera Val Müstair“ gegründet haben, die sie hegen und pflegen, hat sie der Bericht, dass das Umweltinstitut München Pestizide selbst noch in Vinschaguer Wäldern auf 1.700m Meereshöhe gemessen hat, aufgeschreckt.
Obwohl ich seit Jahren einiges an Pressearbeit u.dgl. gewohnt bin, habe ich noch nie eine so gut besuchte PK erlebt, wie jene am 8. März 2019 im Bio-Hotel „Panorama“ in Mals. Gezählte 56 Personen waren anwesend. Sämtliche nationale aber auch internationale Presse, Politiker („Die Grünen“ und „Movimento 5 Stelle“), Fachleute, „Malser Weg`ler“…









Für die Studie hatte das Institut 4 Standorte im Vinschgau ausgewählt, um die Atemluft auf Pestizidwirkstoffe zu untersuchen. Mit dabei war auch Laimburg Direktor Michael Oberhuber. Er erklärte als Reaktion auf das Ergebnis, dass die gefundenen Werte keine gesundheitliche Gefahr darstellten.
Pressekonferenz am 8. März in Mals
Pestizide landen nicht nur dort, wo sie gespritzt werden. Durch Wind, Verdunstung oder fehlerhafte Ausbringung landen die Ackergifte auch auf benachbarten Feldern, in Gärten oder Gewässern, und sogar in Schulen und auf Spielplätzen, wie eine neue Studie aus Belgien zeigt.